18 | 12 | 2017

Unsere iPad-Klasse an der Konrad-Groß-Schule

Zum Jahresanfang ein Blick zurück und nach vorne

Der Einsatz von Computern und Tablets in der Schule wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Viele halten den Nutzen für gering, andere meinen, dass gerade die Schule sich den neuen Medien nicht verschließen darf, da diese bei den Jugendlichen sowieso schon längst angekommen sind. Als sich die Möglichkeit bot an der KGS eine i-Pad-Klasse einzurichten, sah ich dem ebenfalls mit gemischten Gefühlen entgegen, da ich zu diesem Zeitpunkt selbst weder ein Smartphone noch ein Tablet besaß. Aber bekanntlich geht Probieren vor Studieren und Neuland zu betreten hat ja auch was Spannendes. Mittlerweile möchte ich auf unsere iPads im Unterricht nicht mehr verzichten, da meine Schüler*innen, mein Kollege und ich die iPads multifunktional im Unterricht einsetzen konnten und können.

Und nun in Kürze, was ich besonders gut finde.

Das iPad als Schülertool

  • Meine Schüler*innen erstellen Referate oder fassen Ergebnisse zusammen und präsentieren sie mit Hilfe des iPads. Über AirPlay und Beamer können die Ergebnisse alle sehen. So sind die Schüler*innen in AWT zu dem Thema „Berufe an unserer Schule“ mit den iPads losgezogen, haben die Arbeitsplätze fotografiert, Mitarbeiter*innen interviewt, die Ergebnisse in Form gebracht und präsentiert.
  • Die Präsentationen können mit kurzen Videos und Bildern aus dem Internet zudem leicht noch anschaulicher gemacht werden.
  • Mit Quizlet, Learning-Apps und Oriolus können Lerninhalte abwechslungsreich geübt werden. Und das Gute: je nach Leistungsstand kann man so lange üben oder sich das Lernvideo anschauen, bis man es kann.
  • Quizlet bietet sogar die Möglichkeit, dass ich zu fast allen Vokabeln Bilder einfügen kann, und die Schülerinnen und Schüler können mit Kopfhörern auch gleich die Aussprache üben.
  • Ende letzten Schuljahres haben meine Schülerinnen und Schüler der Klasse 6g kurze Grußbotschaften mit Tipps für die neuen Fünftklässler erstellt, was allen sehr viel Spaß gemacht hat.
  • Das iPad wird auch viel in Musik und Mathe verwendet. Ich finde es super, wenn die Schülerinnen und Schüler mit Garageband ihre eigenen Melodien kreieren oder mit dem Matheboard geometrische Formen nachbilden.

Das iPad als Lehrertool

Als Unterrichtsmittel – einfach genial:

  • Ich benutze die Kamera und kann über den Beamer den Schüler*innen sofort Hefteinträge, Bilder in Kunst, Modelle, Schülerlisten zeigen und mit ihnen besprechen.
  • Filme daheim auswählen, herunterladen und der Klasse zeigen.
  • In Kunst fotografiere ich gerne Schritt für Schritt wie zum Beispiel ein Namensmandala oder eine Pop-Art-Karte zum Muttertag erstellt wird. Die Teilschritte werden mit allen Schüler*innen besprochen und das Wichtigste: alle können es groß an der Leinwand sehen und sich später, falls nötig, noch einmal alleine anschauen.
  • Overheadfolien brauche ich viel weniger, da ich Einstiege, Texte, Bilder und so weiter auf dem iPad habe. Und das Gute dabei: die Schüler*innen sind aufmerksamer, sehen alles größer und ich habe auch die Klasse besser im Blick.

Das iPad, meine Klasse und ich

  • Meine Schülerinnen und Schüler können mir ihre Dateien, die sie selbst erstellt haben – egal ob Schriftliches, Audio oder Video schicken, ich kann mir die Ergebnisse in Ruhe anschauen, beurteilen und würdigen.
  • Umgekehrt geht es natürlich auch: Die Schülerinnen und Schüler erhalten zum Beispiel Arbeitsaufträge, die sie im iPad nachlesen können.

Das iPad, Hindernisse und das Drumherum

  • Man braucht unbedingt jemanden, der einen unterstützt was die technischen Voraussetzungen betrifft (Internet, …..) und zur Not zum x-Mal erklärt wie was funktioniert. Zum Glück ist das an der KGS gegeben.
  • Ja, oft benötigt man mehr Zeit für Referate und so weiter als sonst, weil die Kinder sich da auch erst einfinden müssen und gerade beim Recherchieren sich oft noch schwer tun. Aber daran kann man ja arbeiten.
  • Man darf auch mal auf YouTube oder was spielen, aber den Schülerinnen und Schülern muss bewusst gemacht werden, dass der Umgang mit dem iPad dem Lernen dient. Außerdem: Wir Lehrkräfte haben jetzt eine App, die Classroom heißt und da sehen wir sofort, wer an was arbeitet oder auch nicht arbeitet!
  • Das iPad – Vorschau
  • iPads, Tablets, Handys lassen sich super im Unterricht einsetzen. Ich denke, dass wir erst am Anfang stehen.
  • Es ginge sicher noch mehr und nicht immer ist alles einfach, aber die Arbeit mit dem iPad macht mir und den Schülerinnen und Schülern Spaß (meistens jedenfalls).

Und: wir haben jetzt das iTunesU! Damit können wir den Unterricht noch interessanter gestalten, aber dazu wird es später vielleicht einen eigen Artikel geben. Mal sehen.

iPad-Klasse am Start

Endlich am Start

IMG 5261 KopieAm 18.11.2013 wurde endlich der Wagen für die iPads geliefert. Er ist die zentrale und somit wichtigste Hardwarekomponente in unserem Projekt, denn mit seiner Hilfe können die Tablets geladen und mit Apps bestückt werden. Jetzt erst konnte das Projekt mit vielen Wochen Verspätung starten. Die iPads waren zu der Zeit schon ausgepackt und jeder Schüler hatte sein Gerät in die Schutzhülle gesteckt, die das Gerät vor Beschädigungen schützen und so hoffentlich lange erhalten soll.

Vorbereitungen

Ein iPad war auch schon für den Betrieb vorbereitet und mit die ersten Apps waren installiert. Das Einrichten der Geräte übernimmt das Programm Apple Configurator. In der Software können wichtige Einstellungen (Verbindungseinstellungen, Accountdaten, Rechte) für die iPads vorgenommen werden. Sie verwaltet auch die Seriennummern der Apps. Beim ersten Versuch die iPads mit Apple Configurator zu synchronisieren meldete das Programm einen Fehler, der wohl mit der Firewall oder dem Proxyserver des Schulservers zusammenhing. Erst der Wechsel in ein anderes Netz brachte eine vorübergehende Lösung des Problems. Nun konnten die iPads synchronisiert werden und jeder Schüler bekam endlich sein Gerät in die Hand.
Damit es so weit kam, waren etliche Schritte notwendig. Zum Einen musste eine Liste mit Apps erstellt werden. Hilfreich dabei war die Teilnahme an einer Fortbildungsveranstaltung in der Realschule Gauting sowie der Besuch einiger informativer Websites. Natürlich bietet auch Apples Appstore eine gewisse Orientierung. Dann musste ein Account im Appstore sowie ein weiterer auf der Seite www.apple.com/de/education/volume-purchase-program angelegt werden. Zuerst wurden auf letztgenannter Seite Volumenlizenzen für die erforderlichen Apps erworben. Mit einer dieser Lizenzen konnte dann im Appstore die jeweilige App heruntergeladen werden. Das hört sich einfach an und funktioniert auch. Dennoch ging es nicht ohne einige Anrufe bei Support. Die Mitarbeiter dort waren stets gut erreichbar, freundlich und sehr bemüht. Letztlich konnten auch alle Probleme gelöst werden.

Erste Gehversuche

IMG 0027Nachdem also alle iPads in dem Transportwagen aufgeladen waren und synchronisiert wurden, konnten wir die ersten „Gehversuche“ mit den iPads starten. Als W-LAN-Station dient uns eine Airport-Extrem der letzten Generation. Damit das Bild der iPads auf den Beamer projiziert werden kann, benutzen wir eine Apple-TV.
Die Einwahl ins Netzwerk klappt gut und die Schülerinnen und Schüler lernen auch schnell, wie sie das Bild des iPad über Airplay und den Beamer auf die Leinwand bringen. Manchmal verschwindet das Bild für kurze Zeit, aber im Allgemeinen funktioniert alles gut.
Die Schülerinnen und Schüler sind am Anfang ganz aus dem Häuschen, wenn sie die Geräte aus dem Wagen holen und sie fangen sofort an sie zu erkunden. Es ist zuerst nicht einfach zu ihnen durchzudringen um ihnen die Basics zu erklären. Schließlich finden wir jedoch zueinander, denn die Kinder wollen die Möglichkeiten, die ihnen die Geräte bieten, nutzen und darum passen sie auf.

Grundlegende Techniken, die wir zuerst erlernten:

IMG 0025Fotos machen und bearbeiten. Das war schnell erklärt. Besonders witzig (wenn auch nicht sehr nützlich im Unterricht) waren für die Schüler die Verzerrungsfilter. Auch das Beschneiden (Freistellen) der Fotos war schnell erlernt.

IMG 0029Erstellen erster Präsentationen. Mithilfe der App Doceri lernten wir die gemachten Fotos in Präsentationen einzubeziehen. Wir benutzen sie um das Multiplizieren und Dividieren von Brüchen zu erklären.

Aufnehmen von Filmen. Im Deutschunterricht nahmen die Kinder kurze Filmsequenzen auf, um sich so auf einen Vorlesewettbewerb vorzubereiten.

Zugriff auf die Daten des Schulservers. Ein böse Überraschung erlebten wir, als wir zum ersten Mal versuchten, einen Film auf youtube anzusehen. Wir wollten gucken, wie Wasser mit Strom zersetzt wird. Einige wenige Schüler bekamen den Film zu sehen, dann brach das Netzwerk zusammen. Es erschien praktikabler große Video- und Audiodateien auf dem Schulserver zu hosten und von dort abzurufen. Dafür benutzen wir den GoodReader. Die Schüler waren stolz, dass es ihnen gelang, den entsprechenden Pfad in die Eingabemaske der App zu tippen und dann unter Eingabe des eignen Benutzernamens und Passworts eine Verbindung zu Server herzustellen.

Nach den Ferien werden wir uns weiter vorantasten und schauen, wie wir die iPads noch besser und selbstständiger einsetzen können. Wir werden hier davon berichten.

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